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Korrekte Kennzeichnung

von Honigetiketten

Sein eigenes Etikett zu entwerfen macht viel Spaß und es gibt das gute Gefühl, dass man von Anfang bis Ende in der Honigherstellung involviert ist. Es gibt jedoch Einiges bei der Kennzeichnung der Honigetiketten zu bachten und dieser Artikel bietet eine Zusammenstellung der wichtigsten Informationen.

Seit 13.11.2014 ist die Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) in Kraft getreten und löst damit die bisherige europäische Etikettierungsrichtlinie, die deutsche Kennzeichnungsverordnung und die europäische sowie die deutsche Nährwertkennzeichnungsverordnung ab. Verbraucher sollen über den Inhalt von Verpackungen informiert werden, um sie vor eventueller Täuschung oder Gesundheitsgefährdungen zu schützen. Unangetastet von den Änderungen bleibt die deutsche Honigverordnung und sie enthält beispielweise die Regeln für die sogenannte “Verkehrsbezeichnung” von Honig und gilt trotz der Einführung der LMIV ganzheitlich weiter. Und wie üblich bei uns, sind die entsprechenden Regelungen erklärungsbedürftig. Denn nicht jeder findet sich in dem Gewirr aus Verordnungen, Rechtsprechungen und Vorschriften zurecht.   Dieser Artikel erhebt jedoch nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, noch ist er als rechtliche Beratung anzusehen. Jeder, der sein eigenes Etikett entwirft und mit dem Honig in Verkehr bringt, ist selbst für die Richtigkeit und die Einhaltung der Vorgaben verantwortlich.

Verkehrsbezeichnung

Deutscher Honig

Blütenhonig

Sommertracht

Der Begriff “Verkehrsbezeichnung” führt leicht zu Verwirrung, denn er hat in erster Linie nichts mit einem Verkehr z.B. mit Autos zu tun, sondern es geht darum, was genau im Umlauf ist. Was ist der Inhalt bzw. das Produkt in der Verpackung. Es handelt sich also um Honig und dieser Begriff muss auf jeden Fall sichtbar auf der Vorderseite (auf den ersten Blick) für den Endverbraucher erkennbar sein. Zusätzlich kann noch die Sorte ergänzt werden, so dass Namen wie “Blütenhonig”, “Sommerhonig” o.ä. möglich sind. Wichtig ist aber die Beibehaltung des Begriffs -honig. Keine offiziellen Namen sind Phantasienamen und somit keine Option für die korrekte Verkehrsbezeichnung: Gartenhonig, Imkerhonig… Sollte ein Phantasiename unbedingt verwendet werden, so muss an anderer Stelle die korrekte Verkehrsbezeichnung aufgeführt werden. Ganz wichtig hierbei: dies muss im gleichen Sichtfenster geschehen, wo auch die Mengenangabe steht. “Blüte” oder “Tracht” im Namen ist ebenfalls zu unterscheiden, da es sich hierbei danach richtet, ob der Honig aus Nektar verschiedener Blüten oder auch mit Anteilen aus Honigtau besteht. Wer das Geld für eine Honiganalyse investiert, ist somit auf der sicheren Seite und bekommt meist auch schon vom Labor die korrekte Bezeichnung zugeschickt. Ab wann darf ich denn nun eine Sorte des Honigs auf mein Etikett schreiben? Die Honiganalyse gibt auf jeden Fall schon einmal Aufschluss darüber, zu wieviel Prozent Nektar einer bestimmten Pflanze enthalten ist. Ist also der Anteil einer bestimmten Pflanze über 60% enthalten, so kann ein Sortenname gewählt werden. Jedoch gibt es auch hier wieder Ausnahmen und dies betrifft den Anteil von Raps in “Rapshonig” (mind. 80%) und bei Robinie (mind. 20%). Wer sich nicht sicher ist, schaut am besten in die Honigverordnung, dort gibt es weitere Informationen dazu.

Ursprungsland

Deutscher Honig

Honig aus Deutschland

Herkunftsland Deutschland

Clever ist, wer auf seinem Etikett “Deutscher Honig” zu stehen hat. Denn 1. ist dies eine korrekte Bezeichnung des Ursprungslandes und 2. wird gleich die korrekte Verkehrsbezeichnung genannt. Das Herkunftsland muss eindeutig betitelt werden. Denkbar ist auch eine Bezeichnung “Herkunftsland Deutschland” oder “Honig aus Deutschland”. Es reicht nicht aus, dass bei der Adressenangabe des Imkers Deutschland einfach hinzugefügt wird. Was nicht akzeptiert wird, ist z.B. die Angabe “100% aus Deutschland”. Wer seinen Honig noch zusätzlich regional kennzeichnen möchte, kann dies tun. Zu beachten ist jedoch, dass dies das Ursprungsland nicht ersetzt. “Berliner Honig” könnte zwar bei den meisten Endverbrauchern richtig verstanden werden, aber es können auch Städte oder Orte außerhalb Deutschlands mit demselben Namen (z.B. in Amerika) existieren.

Name & Anschrift

IMKEREI MUSTERMANN
MUSTERSTRASSE 12
12345 MUSTERSTADT

Zur eindeutigen Identifikation, für Nachbestellungen oder Beanstandungen oder sogar für Marktkontrollen muss die Möglichkeit gegeben sein, über einfachste Mittel, den Imker zu erreichen. Es reicht nicht aus eine Internetseite anzugeben, auf der die Kontaktmöglichkeiten aufgeführt sind. Eine reine Firmenbezeichnung können lediglich gewerblich angemeldete Firmen vornehmen, jedoch sollte trotzdem zusätzlich der Name des Imkers aufgeführt sein. Dies bedeutet konkret: es müssen in jedem Fall Name und Anschrift genannt werden.

Füllmenge

Inhalt 500g

Füllmenge 500g

e 500g

Eine der wichtigsten Angaben ist die Füllmenge und hierbei kommt es dem Gesetzgeber auf die Lesbarkeit an. Ich gehe mal davon aus, dass selbstverständlich die angegebene Füllmenge auch eingehalten wird und dazu bedarf es einer geeichten Waage. Für den Käufer muss sofort ersichtlich sein, welche Menge sich in dem Glas befindet. Deshalb sollte diese Angabe, nicht Platzgründen oder einem ästhetischem Anspruch heraus, auf die Rückseite des Glases verbannt werden. Besser ist es, die Füllmenge auf die Vorderseite zu setzen und auf die Einhaltung der Größenvorgabe von mind. 4mm zu achten. Doch was sind jetzt 4mm? Wer in der Druckbranche arbeitet, kennt den Umrechnungsfaktor nach Point (pt), denn Schriftgrößen werden nicht in mm sondern in pt angegeben. Der Umrechnungsfaktor beträgt: 1 pt = 0.3527 mm oder andersherum 1 mm = 2.8353 pt. Daraus ergibt sich, dass 4 mm einem Schriftgrad von 11.3411pt entspricht. Es muss also eine Schriftgröße von mind. 12pt eingehalten werden. Das e-Zeichen ist ein besonderes Zeichen (Glyphe) der Schriftart Arial und zu finden unter der GID3446 bzw. Unicode 0045.

Mindesthaltbarkeit (MHD)

mindestens haltbar bis: 31.12.2000

mindestens haltbar bis Ende XX.2000

mindestens haltbar bis Ende 2000

Diese Angabe muss immer komplett ausgeschrieben werden: “mindestens haltbar bis:” … Die Angabe des Datums kann unterschiedlich ausfallen. Es kann das Datum auf den Tag genau (31.12.2000) ausgeschrieben werden. Oder, weil Honig mehr als 3 Monate haltbar ist, auch nur “mindestens haltbar bis Ende XX.2000”. Bei Annahme einer Haltbarkeit von mehr als 18 Monaten, kann auch geschrieben werden: “mindestens haltbar bis Ende 20XX”. In beiden Fällen ist jedoch auf das Hinzufügen des Wortes Ende zu achten. Der Deutsche Imkerbund empfielt eine Angabe von 2 Jahren. Bei einem Wassergehalt über 18% gibt es die Empfehlung ein kürzeren Zeitraum zu nennen, da der Honig je nach Lagerungsbedingungen in Gärung übergehen könnte und der Imker dafür haftbar gemacht werden kann.

Loskennzeichnung

L-XYZ12345ZWH

Bei der Loskennzeichnung handelt es sich um eine Möglichkeit der Rückverfolgbarkeit eines möglicherweise gegärten Honigs oder einer Beschwerde durch den Endverbraucher. Mit dieser Kennzeichnung kann der genaue Abfülltag und/oder die Charge innerhalb der Imkerei zu identifzieren und entsprechende Maßnahmen ergreifen zu können. Die Loskennzeichnung kann entfallen, sobald ein tagesgenaues Mindesthaltbarkeitsdatum genannt wird, denn dies dient quasi als Los. Darauf zu achten ist aber, dass bei verschiedenen Abfüllungen bzw. Lose auch ein anderes MHD genannt wird, das dokumentatorisch nachvollziehbar ist (u.a. in einem Abfüllbuch). Eine Rückstellprobe ist ebenfalls Pflicht und muss die exakten Angaben wie auf dem Etikett enthalten. Wie die genaue Loskennzeichnung auszusehen hat, konnte ich nicht herausfinden, jedenfalls scheinen Zahlen-/Ziffernkombinationen, die eindeutig in der Imkerei identifzierbar sein müssen und mit einem “L” beginnen, machbar zu sein.

Zusätzliches

Nach dem Lebensmittelinformationsgesetz gibt es jetzt für alle verpflichtenden Angaben ebenfalls Vorgaben:

Sobald die Fläche des Honigglases größer als 80qcm beträgt, müssen alle Angaben eine Mindestschriftgröße von 1,2mm bezogen auf die x-Höhe eines Buchstabens haben. Somit wird die Lesbarkeit sichergestellt. Bei einer kleineren Oberfläche beträgt die x-Höhe mind. 0,9mm. Vermutlich wird dies aber nur für 30g Gläser zutreffen.

Pfand / Grüner Punkt

Imker schließen sich entweder dem Dualen System an oder müssen auf die Rücknahme des Mehrwegglases hinweisen – entweder auf dem Etikett oder sichtbar an anderer Stelle. Dann entfällt die Pflicht, Abgaben an das Duale System zu zahlen. Jedoch muss der Imker nachweisen können, dass alle Gläser auch wiederverwendet werden.

Wer im DIB Mitglied ist und die entsprechenden Gläser nutzt, braucht ebenfalls keine Abgaben zahlen. Gläser, die beim Händler gekauft werden und an Endverbraucher mit Honig weiterverkauft werden, muss die Entsorgung bezahlt werden.

Verbotene Formulierungen

Wabenecht, kaltgeschleudert, naturrein (nicht naturbelassen), sind Beispiele für verbotene Formulierungen. Dies gilt als “Werbung mit einer Selbstverständlichkeit” und fällt unter den Punkt “Lauterkeit der Informationspraxis” (Lebensmittelinformationsgesetz).

Irreführende Angaben dürfen nicht auf dem Produkt angegeben werden und sind damit Eigenschaften bzw. “besondere Merkmale, die auch alle vergleichbaren Lebensmittel haben”.

Auch fällt die Formulierung “Echter deutscher Honig” darunter, die “nur für den DIB gilt auf Grund der langen Tradition als Ausnahmeregelung.”

Nur wer mit Nachweis zertifizierter Bio-Imker ist, darf die entsprechende Bezeichnung inkl. Logo auf seinem Etikett verwenden.

Formulierungen wie “Guter Honig wird fest” o.ä. dürfen ebenfalls nicht verwendet werden. Eine Einschränkung wäre: “Honig wird fest”

Hinweise zur Lagerung bzw. Aufbewahrung

Kühl , trocken und dunkel lagern

Bitte lagern Sie den Honig kühl, trocken und dunkel.

“Erfordern Lebensmittel eine besondere Aufbewahrungsbedingung…, müssen diese angegeben werden.”

Der Imker, der durch das MHD einen Mindestzeitraum angibt, haftet und gewährleistet in diesem Zeitraum für die Qualität seines Honigs. Dementsprechend sollte er auch Angaben zur Lagerung und Aufbewahrung geben. Denn nur so kann der Honig in der Qualität erhalten bleiben.

Sorgfalt

Bei Verstößen gegen die Angabenpflicht, begeht der Imker eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einer Geldstrafe rechnen, sofern sein Honig einem Kontrolleur in die Hände fällt und dieser falsche Angaben findet.

Übrigens ist eine falsche Sortenangabe eine Ordnungswidrigkeit. Und das soll lt. Angaben des Bieneninstutes Hohen-Neuendorf keine Seltenheit sein. Häufig sind auch falsche Angabe zur Region oder Angabe eines Bundeslandes als Ursprungsland oder die Angaben des MHD sind in falscher Form angegeben.

Wer seinen Honig im Bieneninstitut in Hohen Neuendorf analysieren lässt und ein fertiges Glas mit Etikett dorthin schickt, bekommt vom Institut Hinweise zu falschen Angaben bzw. kleinere Korrekturhilfen.

Wer sich nach dem Durchlesen nicht zutraut, seine Etiketten selbst zu entwerfen, für den bieten wir die Möglichkeit an, unsere stilvollen Designvorlagen individuell anzupassen.

Schau in unserem Honigetiketten-Shop vorbei!

Wir freuen uns auf Deinen Besuch…

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