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Formaldehyd im Gartenteich – was passiert mit den Bienen?

von | Mrz 8, 2017 | Allgemein, Stellplatz, Tip | 0 Kommentare

Heute ein ungewöhnliches Thema: Formaldehyd wird in Gartenteichen zur Bekämpfung von Parasiten und Würmern bei Kois eingesetzt. Wußte das jemand von Euch? Ich nehme an, jemand, der ebenfalls einen Koi-Teich hat, kennt sich damit aus. Ich jedenfalls hatte noch nie von dieser Behandlungsmethode gehört, obwohl wir schon sehr lange einen Gartenteich haben, jedoch ohne besagte Geldanlage Koi. Ich erfuhr auch nur zufällig davon, denn ich traf mich mit einem Kleingärtner zwecks Bienenstellplatz und der Gärtner erzählte mir von dieser Behandlungsmethode. Im ersten Moment habe ich natürlich an die Bienen gedacht und wie vielleicht auch Ihr, erst mal einen Schreck bekommen. Könnt Ihr Euch noch an den Skandal mit den IKEA-Schränken erinnern. “Achtung, hochgiftig!” usw usw waren die Schreckensmeldungen. Nachdem ich nun mit diesem (Un-)Wissen erst einmal wieder nach Hause fuhr, ließ mich die Frage, welche Auswirkungen das Formaldehyd auf unsere Bienen haben könnte, nicht in Ruhe. Schließlich fliegen sie ja in der Nähe befindliche Wasserflächen an, um zu trinken bzw. das Wasser in die Beute zu tragen. Kommt das Medikament dann in die Biene, stirbt sie davon? Hat es Auswirkungen auf den Honig? ist es beim Verzehr gesundheitsbedenklich? Ist die Brut davon betroffen? usw. usw. usw.

Auf der am nächsten Abend stattfindenden Vereinsversammlung stellte ich nun meine Erfahrung und Frage in die Runde. Allgemeines Staunen, Raunen, dann Empörung und erst einige Momente später meldeten sich unsere Obleute zu Wort, denn auch sie schienen von diesem Thema noch nicht viel gehört zu haben. Auch Prof. Menzel war an diesem Abend zugegen. Seine Antwort fiel meines Erachtens auch etwas unsicher aus, jedoch für mich am plausibelsten: “Da es sich um eine 30-40%ige Lösung handelt, dürfte die Verdünnung unseren Bienen nicht schaden und keine Auswirkungen haben.” (Anmerkung: nur sinngemäß wiedergegeben).

Jedoch keine wirklich zufriedenstellende Antwort und es blieb in den Gesichtern ein großes Fragezeichen. Nun wollten einige aber nicht auf der Unwissenheit sitzen bleiben und so wurde die Frage an das Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf und an LAVES Institut für Bienenkunde Celle geschickt.

Es folgen Auszüge der darauffolgenden Antworten:

Sehr geehrter Herr XXX (geändert),

leider ist mir dazu auch nichts näheres bekannt. Allerdings wird das Formalin erst über einen längeren Zeitraum abgebaut werden. Insofern wird die “Behandlung an kühlen Tagen” wenig weiterhelfen. Formalin wurde in früheren Zeiten vielfach unverdünnt zur Schädlingsbekämpfung verwendet. Bei dem hohen Verdünnungsgrad halte ich einen messbaren Vergiftungsschaden für wenig wahrscheinlich. Eine Kontamination des Honigs halte ich sogar für ausgeschlossen, da das Wasser einerseits nicht als Rohstoff für die Honigbereitung dient und andererseits die Erzeugung von Honigüberschüssen erst im April beginnt. Es wäre allerdings sinnvoll, bei einem Koi-Züchterverband nachzufragen, ob die genannte Methode überhaupt sinnvoll zur Wurmbehandlung ist oder ob es Alternativen gibt. Zudem wäre aus Sicht des Umweltamtes eine Beurteilung sinnvoll. Leider kann ich aus Zeitmangel keine entsprechenden Nachforschungen anstellen, wäre Ihnen aber dankbar, über den Fortgang auf dem laufenden gehalten zu werden.

Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf e.V.

und die zweite Antwort ist:

Sehr geehrter Herr XXX (geändert),
 
auf die Schnelle einige Erläuterungen:
Grundsätzlich wäre zu klären, ob die Koi-Behandlung rechtlich zulässig ist. Gleichwohl werden gemäß Internet Formaldehyd-Präparate für die Koi Behandlung angeboten.
Das Formaldehyd wird sich relativ schnell abbauen.
Eine Gefährdung für die Bienen sehe ich bei der Verdünnung nicht.
Formalin hat vor allem eine ätzende sowie eine karzinogene Wirkung. Mit einer Ameisensäurebehandlung gegen Varroa werden die Bienen wahrscheinlich wesentlich stärker einer ätzenden Chemikalie ausgesetzt.
Wegen des geringen Lebensmalters von Bienen kann die karzinogene Wirkung vernachlässigt werden.
Da Wasser nicht in den Nektarstrom der Sammelbienen gerät, sondern beides Wasser- und Nektarsammeln voneinander getrennte Wege sind, ist ein Eintrag in den Honig nicht erkennbar.
Allerdings gibt es keine hundertprozentige Sicherheit.
 
LAVES Institut für Bienenkunde Celle
Was lernen wir aus den Antworten? In der ersten Antwort steht, das Medikament wird langsam abgebaut und in der zweiten Antwort, dass es sich “relativ schnell” abbaut.
Naja, es scheint sich also als nicht wirklich gefährlich herauszustellen.
Es ist doch schön zu hören, dass unsere Immen wenigstens nicht an Krebs erkranken …
Liebe Bienengrüße
Euer Bienen-Matze
PS: vielleicht kann uns das Bienen-Journal etwas dazu sagen?
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